Schaden
Wenn Geheimhaltungsvereinbarungen die Kostenprüfung im Schadenfall blockieren
Die Betriebshaftpflichtversicherung zählt zu den wichtigsten Absicherungen im industriellen Umfeld. Neben Betriebs- und Umweltrisiken gehören vor allem Produktrisiken zu den größten Schadenpositionen – und das aus gutem Grund.
Die Wichtigkeit einer solchen Absicherung wird im folgenden Schadenfall deutlich:
Was zunächst wie ein Routinefall aussah, entwickelte sich rasch zu einer komplexen Herausforderung, die alle Beteiligten ins Grübeln brachte.
Im Mittelpunkt standen zwei Geschäftspartner, deren vertragliche Beziehungen und Lieferketten eng miteinander verflochten waren:
Während das Endprodukt bereits weltweit im Einsatz war, wurde ein versteckter Mangel entdeckt. Produktionsstopp – Ausbau-, Prüf- und Sortierkosten schnellten in die Höhe.
Als der Abnehmer Schadenersatz geltend machte, der Verarbeiter die Schuld nicht bei sich sah und der Zulieferer jegliche Verantwortung abstritt, sollte ein Sachverständiger Klarheit und vor allem Transparenz in die Schadenshöhe bringen. Eine besonders strikte Geheimhaltungsvereinbarung des Abnehmers, die vom Sachverständigen nicht unterzeichnet werden konnte, blockierte die Aufklärung vollständig. Ohne Einblick und Kostenprüfung keine Bewertung durch den Versicherer, ohne Bewertung kein Fortschritt. Der Fall stand still.
Von Beginn an koordinierten wir von RMK die Kommunikation zwischen allen Parteien, moderierten festgefahrene Positionen und ermöglichten trotz restriktiver Geheimhaltungspflichten einen Fortschritt. Wir überzeugten den Versicherer wie auch den Abnehmer davon, den Sachverständigen die Unterlagen ohne Abschluss einer Geheimhaltungsvereinbarung vor Ort zugänglich zu machen. Es mussten somit keine Belege, die einer Geheimhaltung unterliegen, ausgehändigt werden. Es wurde eine Plausibilitäts- und Kostenprüfung vor Ort durchgeführt, die der Gutachter so in seinem Gutachten bestätigen konnte, ohne dass er Belege beifügen oder auf Details in seinem Gutachten verweisen musste. Damit auch der Regress gegen den Zulieferer weiterhin möglich bleibt, war es wichtig auch dessen Sachverständigen die vor Ortprüfung zu ermöglichen.
Damit wurde der entscheidende Durchbruch ermöglicht und die Schadenhöhe konnte überprüft werden. Voraussetzung hierfür war, dass der Geschädigte die Unterlagen gut strukturiert aufbereitete und den Zugang zu seinem System ermöglichte. Der Knoten war gelöst, die Bearbeitung nahm ihren Lauf und der Schaden konnte erfolgreich reguliert werden.
Solche Fälle zeigen, wie wichtig ein erfahrener, lösungsorientiert denkender Makler ist.
Mit unserer Erfahrung, unserem Lösungsansatz und der Überzeugungskraft, schaffen wir bei RMK die Voraussetzungen, um auch anspruchsvolle Schadenfälle erfolgreich und kundenbewahrend zu lösen.

Florian Beck
Industrie-Team
