News-Archiv

  • BCP UND BU-ANALYSE ALS BESTANDTEIL DES RISK MANAGEMENT PROZESSES IM UNTERNEHMEN

    15. Juni 2018

    Die Praxis zeigt immer wieder, dass Unternehmen, die auf einen Großschaden nicht vorbereitet sind, ein solches Schadenereignis nur mit Mühe überstehen, auch wenn die finanzielle Ausgangssituation oder der Versicherungsstatus positiv zu bewerten sind. Bei einer Störung Ihrer Betriebsinfrastruktur, z.B. durch einen Brand, droht im schlimmsten Fall ein längerer Ausfall mit der Folge von Kunden- und Imageverlust. Ihre Versicherung entschädigt zwar die Kosten, holt aber nicht Ihre verloren gegangenen Kundenverbindungen zurück.

    Die Identifizierung von kritischen Prozessen und Ressourcen in Ihrem Unternehmen, die Beurteilung der Auswirkungen einer Betriebsunterbrechung auf das Unternehmen und die vorausschauende Planung und Entwicklung von Strategien für den Katastrophenfall sind für das Überleben Ihres Unternehmens von entscheidender Bedeutung.

    BCP steht für Business Continuity Planning und sollte ein fester Bestandteil des Risikomanagements im Unternehmen sein und sich nicht nur darauf konzentrieren, den Sachschaden möglichst klein zu halten, sondern die Fortführung Ihres Betriebs sicherzustellen. Zielsetzung ist es, kritische Prozesse und Engpässe zu identifizieren und ein praxisorientiertes Werkzeug für das Krisenmanagement zur Hand zu haben.

    Das BCP lässt sich in mehrere Bereiche einteilen: Risikoanalyse, Planung, Umsetzung, Übung und Aktualisierung. Zur Risikoanalyse identifizieren Sie externe und interne Gefahrenquellen, z.B. Naturgefahren, Unterbrechung der Lieferkette, Störungen des Produktionsablaufs oder eine Unterbrechung Ihrer IT-Infrastruktur. Anschließend untersuchen Sie, wie sich diese Ereignisse auf den Betriebsablauf auswirken, wie lange der Betrieb unterbrochen ist und wie lange es dauert, bis Ihr Kunde die Auswirkung spürt. Nach der Auswahl der kritischen Schadenszenarien wird ein detaillierter Plan erstellt, der mittels regelmäßiger Übungen aktualisiert wird.

    Als zusätzliches Hilfsmittel zur Beurteilung des Risikos einer Betriebsunterbrechung steht Ihnen in unserem neuen ExtraNet ein Tool zur Verfügung, mit dem Sie selbständig ermitteln können, wie sich z.B. der Ausfall Ihres Hauptlieferanten auswirkt und welches Haftungslimit dafür notwendig ist.

    Selbstverständlich lassen wir Sie damit nicht allein, sondern stehen Ihnen jederzeit mit unserer Erfahrung und Expertise zur Seite.

  • Kein Mietwagen für Sonntagsfahrer

    15. Mai 2018

    Geschädigte mieten sich nach einem Autounfall meistens einen Mietwagen auf Kosten des Unfall-verursachers, mit dem sicheren Gefühl einen Anspruch darauf zu haben. Weit gefehlt, sagt das OLG Hamm in seiner Entscheidung vom 23.01.18 (7U46/17).

    Fährt ein Geschädigter weniger als 20 Kilometer pro Tag, hat er keinen Anspruch. Der Versicherer des Unfallgegners zahlt ihm in dem Fall lediglich eine Nutzungsausfall-Entschädigung.  

    In dem verhandelten Fall bekam der Geschädigte statt den tatsächlich angefallenen 1.200 € Mietwagenkosten nur 115 € Nutzungsausfall zugesprochen. Nach Auffassung des Gerichts muss jemand, der weniger als 20 Km pro Tag fährt, kein Fahrzeug zur ständigen Verfügung haben. Wer trotzdem auf Kosten des Unfallverursachers ein Fahrzeug anmietet, verstößt gegen seine Schadenminderungspflicht. Aus Sicht der Richter wäre es wirtschaftlicher gewesen, für die wenigen Fahrten ein Taxi zu rufen.

    Unser Tipp: Prüfen Sie Ihren Bedarf und sprechen vor Anmietung eines Autos mit dem Versicherer des Unfallgegners. So ersparen Sie sich unliebsame Überraschungen bei der Abrechnung des Schadens. 

  • Berufsunfähigkeitsabsicherung im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (bAV)

    24. April 2018

    Jeder fünfte Arbeitnehmer muss seinen Beruf krankheitsbedingt vorzeitig aufgeben. Die staatliche Versorgung für den Fall der Berufsunfähigkeit ist unzureichend bzw. hat der gesetzlich Versicherte lediglich Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, wenn er nicht mehr oder nur noch stundenweise arbeiten kann. Diese reicht jedoch nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard beizubehalten.

    Der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist für viele Beschäftige aufgrund ihres Alters, Berufs oder bereits bestehender Vorerkrankungen nicht mehr möglich. Deswegen bieten zahlreiche Arbeitgeber ihren Mitarbeitern den Abschluss einer betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung an.
    Das Prinzip ist ganz einfach: Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbaren die Umwandlung eines Teils des Entgelts in Beiträge für den Berufsunfähigkeitsschutz (Berufsunfähigkeitsrente und/oder Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit zur Sicherung der Altersleistungen). Der Arbeitgeber schließt für seinen Arbeitnehmer z.B. eine Direktversicherung ab. Auf diese Weise profitiert der Arbeitnehmer von der staatlichen Förderung (Sparen von Steuern und Sozialabgaben), dem künftig verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss und dem vereinfachten Aufnahmeverfahren im Rahmen der bAV.

    Durch Gruppenkonditionen und eine vereinfachte Gesundheitsprüfung, z.B. über eine Dienstobliegenheitserklärung des Arbeitgebers, haben so auch ältere Arbeitnehmer noch die Möglichkeit das Berufsunfähigkeitsrisiko abzusichern oder zumindest durch die Vereinbarung der Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit ihre Ansprüche auf die vereinbarte Altersleistung zu erhalten.

    Wie funktioniert das Aufnahmeverfahren über die Dienstobliegenheitserklärung und was passiert, wenn der Arbeitnehmer ausscheidet?

    Im Gegensatz zur Beantwortung der sonst üblichen Gesundheitsfragen muss der Arbeitgeber lediglich drei Fragen beantworten, die sich auf die aktuelle Arbeitsfähigkeit des Arbeitnehmers, Arbeitsunfähigkeitszeiten und Wiedereingliederungsmaßnahmen bzw. die Kenntnis über bestehende Behinderungen in den letzten zwei Jahren beziehen. Bei Ausscheiden und Arbeitgeberwechsel gelten die üblichen Optionen wie einvernehmliche Übertragung der Zusage / Versicherungsnehmerwechsel oder Deckungskapitalübertragung sowie die private Fortführung durch den Arbeitnehmer.

  • AXA übernimmt XL – welche Folgen hat die Fusion?

    26. März 2018

    Aktuell geht die Meldung durch die Medien, dass AXA seinen Wettbewerber XL Catlin aufkaufen möchte. Ein konkretes Angebot liegt auch schon vor: 15,3 Milliarden Dollar. Doch welche Auswirkungen hat diese Übernahme?

    Satte 12,4 Milliarden Euro – und damit rund 30 % über dem Aktienwert – hat der französische Versicherer AXA umgerechnet für die Übernahme seines Konkurrenten, die XL Catlin, geboten. Dieser ist weltweit tätig und insbesondere auf die Bereiche Sach- und Haftpflichtversicherung für globale Unternehmen spezialisiert. Diesen Umstand will AXA Corporate Solutions (Corso) wohl zu seinen Gunsten nutzen, um ebenfalls einen Fuß in die genannten Branchen zu setzen und sogar zu einem weltweiten Marktführer für Schadenversicherungen im kommerziellen Industrieversicherungsbereich zu werden. Dies ist AXA Corso zumindest in Deutschland noch nicht zur Zufriedenheit gelungen.

    Angeblich soll dies nur mit Vorteilen für die Kunden verbunden sein – z. B. mit höheren Deckungssummen und der Möglichkeit, nun allein für die Deckung sämtlicher versicherbarer unternehmerischer Risiken sorgen zu können.

    Was jedoch nicht erwähnt wird: Diese Übernahme sorgt aus Maklersicht für den Wegfall eines weiteren Marktteilnehmers im Industriebereich. Des Weiteren steht nicht nur eine Verknappung von Kapazitäten, sondern auch von Quotenrückzeichungen in den betroffenen Programmen zu befürchten. Das gilt vorrangig für die Fälle, in denen bislang beide Versicherer beteiligt waren. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass die Marktverkleinerung aufgrund der Übernahme Auswirkungen auf das Deckungsangebot und die Preise haben wird. Die aufgrund der Fusion zu erwartende Verhärtung der Märkte stellt daher aus unserer Sicht – nicht nur für potenzielle Neukunden – einen erheblichen Nachteil dar.

    Da derzeit noch diverse Zustimmungen – z. B. der Aktionäre der XL Catlin – eingeholt werden müssen, wird die Übernahme wohl erst in der zweiten Jahreshälfte komplett vollzogen sein. Mit Auswirkungen auf anstehende Vertragsverlängerungen ist im Moment also noch nicht zu rechnen. Das kann sich aber bereits für geplante Renewals im Jahr 2019 ändern. Mehr denn je sollten Versicherungsnehmer deshalb einen fachlich versierten Industriemakler wie RMK als Unterstützung ins Boot holen, um im Hinblick auf die richtige Versicherung des Unternehmens zu einem guten Ergebnis zu kommen.

  • Wer muss die Aus- und Einbaukosten bei einem mangelhaften Produkt tragen?

    15. März 2018

    In den letzten Jahren gab es zwischen Herstellern, Händlern und Zulieferern immer wieder Streit, wer für die Kosten aufkommen muss, die beim Austausch eines bereits eingebauten mangelhaften gegen ein fehlerfreies Produkt anfallen. Aufgrund einer Gesetzesänderung im Rahmen des Gewährleistungsrechts herrscht seit dem 01.01.2018 endlich Klarheit.

    Stellt sich ein eingebautes Produkt als mangelhaft heraus, ist guter Rat teuer. Der Erwerber wendet sich hier natürlich zunächst an seinen Vertragspartner, also z. B. an den Händler oder Hersteller, von dem er das Produkt erhalten hat. Denn egal, ob der Veräußerer das Produkt selbst angefertigt hat oder nicht – im Fall der Lieferung eines mangelhaften Produkts trifft ihn gemäß § 439 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) die Pflicht zur Nacherfüllung.

    Lange war unklar, ob hierzu neben der Lieferung des neuen Produkts auch der Ausbau des mangelhaften und Einbau eines fehlerfreien Produkts gehören. Die dabei entstandenen Aufwendungen können schließlich immense Ausmaße annehmen. Auch war der Rückgriff eines Unternehmers auf seinen Händler oder den Zulieferer bislang nur möglich, wenn diesem Verschulden an der Mangelhaftigkeit des Produkts zur Last fiel. Das führte in der Vergangenheit allerdings oft zu der Konstellation, dass z. B. ein Zulieferer gegenüber seinem Kunden nacherfüllen musste, aber die dabei entstandenen Aus- und Einbaukosten mangels Verschuldens seines eigenen Zulieferers oder Händlers nicht an diesen weiterreichen konnte.

    Dank einer Gesetzesänderung im Rahmen des Gewährleistungsrechts, die am 01.01.2018 in Kraft trat und erhebliche Auswirkungen auf die Haftungslage hat, herrscht nun endlich Klarheit. Denn jetzt sind sowohl der Ausbau des mangelhaften als auch der Einbau eines fehlerfreien Produkts Teil der Nacherfüllung. Händler und Zulieferer müssen ferner verstärkt damit rechnen, von ihrem Kunden zur Zahlung der Aus- und Einbaukosten aufgefordert zu werden. Im Vergleich zu früher können sie jetzt nämlich auch in Anspruch genommen werden, selbst wenn sie den Mangel nicht selbst verschuldet haben. Allerdings muss nach wie vor ein mangelhaftes Produkt geliefert worden sein.
    Denn nur wenn Händler und Zulieferer die Aufwendungen für die Nacherfüllung an ihre eigenen Zulieferer bzw. Händler als Schadenersatz weiterreichen können, kann gewährleistet werden, dass der wahre Verursacher des Mangels die bei der Nacherfüllung entstandenen Kosten tragen muss.

    Wichtig zu wissen ist auch, dass die erweiterte Produkthaftpflicht in diesem Fall einstandspflichtig ist – schließlich richtet sich der Versicherungsschutz nach der gesetzlichen Haftung. Aus diesem Grund besteht beim Deckungsumfang grundsätzlich kein Anpassungsbedarf.

    Ob die Zulieferer und Logistikunternehmen eine verschuldensunabhängige Haftung in AGB wirksam ausschließen können, ist derzeit noch nicht ganz klar und sollte daher einzelfallabhängig überprüft werden.