News-Archiv

  • AXA übernimmt XL – welche Folgen hat die Fusion?

    26. März 2018

    Aktuell geht die Meldung durch die Medien, dass AXA seinen Wettbewerber XL Catlin aufkaufen möchte. Ein konkretes Angebot liegt auch schon vor: 15,3 Milliarden Dollar. Doch welche Auswirkungen hat diese Übernahme?

    Satte 12,4 Milliarden Euro – und damit rund 30 % über dem Aktienwert – hat der französische Versicherer AXA umgerechnet für die Übernahme seines Konkurrenten, die XL Catlin, geboten. Dieser ist weltweit tätig und insbesondere auf die Bereiche Sach- und Haftpflichtversicherung für globale Unternehmen spezialisiert. Diesen Umstand will AXA Corporate Solutions (Corso) wohl zu seinen Gunsten nutzen, um ebenfalls einen Fuß in die genannten Branchen zu setzen und sogar zu einem weltweiten Marktführer für Schadenversicherungen im kommerziellen Industrieversicherungsbereich zu werden. Dies ist AXA Corso zumindest in Deutschland noch nicht zur Zufriedenheit gelungen.

    Angeblich soll dies nur mit Vorteilen für die Kunden verbunden sein – z. B. mit höheren Deckungssummen und der Möglichkeit, nun allein für die Deckung sämtlicher versicherbarer unternehmerischer Risiken sorgen zu können.

    Was jedoch nicht erwähnt wird: Diese Übernahme sorgt aus Maklersicht für den Wegfall eines weiteren Marktteilnehmers im Industriebereich. Des Weiteren steht nicht nur eine Verknappung von Kapazitäten, sondern auch von Quotenrückzeichungen in den betroffenen Programmen zu befürchten. Das gilt vorrangig für die Fälle, in denen bislang beide Versicherer beteiligt waren. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass die Marktverkleinerung aufgrund der Übernahme Auswirkungen auf das Deckungsangebot und die Preise haben wird. Die aufgrund der Fusion zu erwartende Verhärtung der Märkte stellt daher aus unserer Sicht – nicht nur für potenzielle Neukunden – einen erheblichen Nachteil dar.

    Da derzeit noch diverse Zustimmungen – z. B. der Aktionäre der XL Catlin – eingeholt werden müssen, wird die Übernahme wohl erst in der zweiten Jahreshälfte komplett vollzogen sein. Mit Auswirkungen auf anstehende Vertragsverlängerungen ist im Moment also noch nicht zu rechnen. Das kann sich aber bereits für geplante Renewals im Jahr 2019 ändern. Mehr denn je sollten Versicherungsnehmer deshalb einen fachlich versierten Industriemakler wie RMK als Unterstützung ins Boot holen, um im Hinblick auf die richtige Versicherung des Unternehmens zu einem guten Ergebnis zu kommen.

  • Wer muss die Aus- und Einbaukosten bei einem mangelhaften Produkt tragen?

    15. März 2018

    In den letzten Jahren gab es zwischen Herstellern, Händlern und Zulieferern immer wieder Streit, wer für die Kosten aufkommen muss, die beim Austausch eines bereits eingebauten mangelhaften gegen ein fehlerfreies Produkt anfallen. Aufgrund einer Gesetzesänderung im Rahmen des Gewährleistungsrechts herrscht seit dem 01.01.2018 endlich Klarheit.

    Stellt sich ein eingebautes Produkt als mangelhaft heraus, ist guter Rat teuer. Der Erwerber wendet sich hier natürlich zunächst an seinen Vertragspartner, also z. B. an den Händler oder Hersteller, von dem er das Produkt erhalten hat. Denn egal, ob der Veräußerer das Produkt selbst angefertigt hat oder nicht – im Fall der Lieferung eines mangelhaften Produkts trifft ihn gemäß § 439 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) die Pflicht zur Nacherfüllung.

    Lange war unklar, ob hierzu neben der Lieferung des neuen Produkts auch der Ausbau des mangelhaften und Einbau eines fehlerfreien Produkts gehören. Die dabei entstandenen Aufwendungen können schließlich immense Ausmaße annehmen. Auch war der Rückgriff eines Unternehmers auf seinen Händler oder den Zulieferer bislang nur möglich, wenn diesem Verschulden an der Mangelhaftigkeit des Produkts zur Last fiel. Das führte in der Vergangenheit allerdings oft zu der Konstellation, dass z. B. ein Zulieferer gegenüber seinem Kunden nacherfüllen musste, aber die dabei entstandenen Aus- und Einbaukosten mangels Verschuldens seines eigenen Zulieferers oder Händlers nicht an diesen weiterreichen konnte.

    Dank einer Gesetzesänderung im Rahmen des Gewährleistungsrechts, die am 01.01.2018 in Kraft trat und erhebliche Auswirkungen auf die Haftungslage hat, herrscht nun endlich Klarheit. Denn jetzt sind sowohl der Ausbau des mangelhaften als auch der Einbau eines fehlerfreien Produkts Teil der Nacherfüllung. Händler und Zulieferer müssen ferner verstärkt damit rechnen, von ihrem Kunden zur Zahlung der Aus- und Einbaukosten aufgefordert zu werden. Im Vergleich zu früher können sie jetzt nämlich auch in Anspruch genommen werden, selbst wenn sie den Mangel nicht selbst verschuldet haben. Allerdings muss nach wie vor ein mangelhaftes Produkt geliefert worden sein.
    Denn nur wenn Händler und Zulieferer die Aufwendungen für die Nacherfüllung an ihre eigenen Zulieferer bzw. Händler als Schadenersatz weiterreichen können, kann gewährleistet werden, dass der wahre Verursacher des Mangels die bei der Nacherfüllung entstandenen Kosten tragen muss.

    Wichtig zu wissen ist auch, dass die erweiterte Produkthaftpflicht in diesem Fall einstandspflichtig ist – schließlich richtet sich der Versicherungsschutz nach der gesetzlichen Haftung. Aus diesem Grund besteht beim Deckungsumfang grundsätzlich kein Anpassungsbedarf.

    Ob die Zulieferer und Logistikunternehmen eine verschuldensunabhängige Haftung in AGB wirksam ausschließen können, ist derzeit noch nicht ganz klar und sollte daher einzelfallabhängig überprüft werden.

  • Neuerungen in 2018 – RMK-Risk-Management-Tool

    15. Januar 2018

    RMK wünscht allen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2018!

    Lassen wir uns überraschen, was das neue Jahr mit sich bringt. Sicherlich gibt es jede Menge Herausforderungen, die gemeistert werden wollen. Für die Versicherungsbranche steht u. a. die Digitalisierung ganz weit oben auf der Agenda.

    Auch wir als Makler dürfen hier den Anschluss nicht verlieren um unseren Kunden weiterhin einen ausgezeichneten Service und die bestmögliche Qualität zu bieten. Aktuell befinden wir uns in der Programmierungsphase eines neuen Risk-Management-Tools für unsere Kunden.

    Hier werden alle Standorte mit Risikoinformationen aufgeführt, die für den Risk-Manager des Unternehmens und auch für uns oder den Versicherer von Bedeutung sind. Man hat dadurch einen direkten Vergleich der Standorte untereinander. Zudem wird es einen Überblick des vorhandenen Versicherungsschutzes je Standort geben.

    Künftig werden auch die Mängelbeseitigungsmaßnahmen aus den Brandschutzbesichtigungen, Prüfung der Sprinkleranlagen und natürlich auch Prüfung der elektrischen Licht- und Kraftanlagen online dargestellt und bearbeitet.
     
    Natürlich sind nach dem ersten „Rollout“ auch noch jede Menge Erweiterungen geplant. Wir freuen uns Ihnen dieses Tool und die neuen Möglichkeiten, die dieses mit sich bringt, vorstellen zu dürfen.

  • Wie schnell ist „Schrittgeschwindigkeit“?

    15. Dezember 2017

    Auf Parkplätzen, in Spielstraßen und in vielen verkehrsberuhigten Zonen gilt Schrittgeschwindigkeit. Das weiß jeder Autofahrer. Aber, was heißt das? Wie schnell geht ein Mensch?

    Das Oberlandesgericht in Naumburg hat im März 2017 untersucht, was Schrittgeschwindigkeit bedeutet (2 WS 45/17). Anlass war ein Autofahrer, der in einer verkehrsberuhigten Zone mit 42 km/h erwischt worden war. Dass das zu schnell ist, war klar. Aber wie viel zu schnell?

    Zunächst hat das Gericht Schrittgeschwindigkeit mit 15 km/h angenommen. Um zu überprüfen wie realistisch das ist, haben die Richter berechnet, wo ein Teilnehmer beim Berlin Marathon 2016 gelandet wäre, wenn er die Strecke mit durchgehend 15 km/h zurückgelegt hätte. In einem Feld von 35.999 Teilnehmern wäre er unter den besten 4% gewesen. Also ziemlich weit vorn. 15 km/h ist somit keine normale Gehgeschwindigkeit.

    Das Gericht legte sich letztlich darauf fest, dass Schrittgeschwindigkeit eine der Gefahrensituation angemessene Geschwindigkeit ist, die in keinem Fall mehr als 10 km/h betragen darf. Da dieses Tempo darüber hinaus mit einem Autotacho leicht zu überprüfen sei, ist es nach Meinung des Gerichts für einen Autofahrer einfach, sich daran zu halten.

    Schrittgeschwindigkeit ist also höchstens 10 km/h schnell.

  • Entwurf zum BMF-Schreiben konkretisiert das BRSG

    15. November 2017

    Durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz wurden zahlreiche Fragen aufgeworfen. An detaillierten Fakten oder gar Rechtssicherheit mangelt es derzeit noch in allen Bereichen dieser Neuregelung. Der kürzlich veröffentlichte Entwurf zum BMF-Schreiben bringt nun aber schon etwas Licht ins Dunkel.

    Nahezu jeden Arbeitgeber dürfte die Auslegung zum verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss bei Entgeltumwandlung mit Argusaugen betrachten. Zwingt sie doch Unternehmen zu künftigen Mehrausgaben von 15 % bezogen auf den bAV-Umwandlungsbetrag seiner Belegschaft. Doch selbst Arbeitgeber, welche schon heute einen freiwilligen Zuschuss zur Bruttolohnumwandlung gewähren, sind nicht zweifelsfrei bewahrt vor dieser zusätzlichen Zahlung.

    Letztlich wird wohl entscheidend sein, welche Formulierung in den aktuellen Betriebsvereinbarungen oder Versorgungsordnungen gewählt wurde. Beinhalten diese, dass der Zuschuss schon im Vorgriff auf einen potenziell gesetzlich verpflichtenden Arbeitgeber-Beitrag gewährt wird, sollte kein Handlungsbedarf entstehen. Andernfalls sehen Fachkreise die Notwendigkeit, diese Formulierungen spätestens bis Ende 2018 rechtskonform zu justieren.

    Derzeit gehen Experten von einer Auslegung des Gesetzes aus, welche schon bei Vereinbarung einer neuen Entgeltumwandlung ab dem Jahr 2019 eine derartige Förderung auslösen sollte. Kreative bAV-Sparer im Unternehmen könnte somit durch einen „Kunstgriff“ die Förderung für ihren schon lange Jahre besparten Vertrag vor dem eigentlichen Termin im Jahr 2022 provozieren. Hierauf sollten Arbeitgeber vorbereitet sein.

    Möchten Unternehmen diese künftige Verpflichtung jedoch proaktiv nutzen, empfiehlt sich bereits frühzeitig aktiv zu werden. Vereinbaren sie einen Arbeitgeberzuschuss für alle Neuverträge, aber auch die betroffenen Bestandsverträge zum selben Stichtag. Dies sollte als positive Personalmaßnahme wahrgenommen werden und Differenzen innerhalb der Belegschaft vermeiden helfen. Gerade langjährig sparende Mitarbeiter ermöglichen dem Unternehmen bisher Sozialversicherungseinsparungen aus umgewandeltem Bruttoentgelt. Wenn aber just diese Mitarbeiter ihren Zuschuss erst ab 2022 erhalten sollen, neue Sparer aber bereits ab 2019, dürfte Ärger und Unverständnis im Unternehmen vorprogrammiert sein.

    Deshalb: Gestalten Sie so frühzeitig wie möglich im Sinne der Chancen aus dem Betriebsrenten-Stärkungsgesetz. Dann gibt es keine Verlierer und das Unternehmen genießt Rechtssicherheit.