News-Archiv

  • Können Betriebsrentner künftig mit einer Beitragsentlastung in der KVdR rechnen?

    15. August 2018

    Seit 01. Januar 2004 sind Betriebsrenten beitragspflichtig in der Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner (KVdR). Anders der Arbeitnehmer zahlt der Betriebsrentner seitdem den vollen Beitragssatz

    Um die Attraktivität der bAV zu steigern ist das Thema wieder in den Fokus der Politik gerückt. Am 25. April 2018 diskutierten verschiedene Verbände im Rahmen einer Expertenanhörung in Berlin. Man war sich einig, dass die Absenkung des Beitragssatzes auf die Hälfte eine erhebliche Entlastung für die Betriebsrentner wäre und die betriebliche Altersversorgung gerade im Niedrigzinsumfeld attraktiver machen würde. Die konkrete Umsetzung durch den Gesetzgeber, z. B. durch die Einführung von Freigrenzen, bleibt abzuwarten. Von einer positiven Entscheidung ist jedoch auszugehen, da sich der Gesetzgeber mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz klar positioniert hat, die betriebliche Altersversorgung weiter zu verbreiten.

  • Sind Gefahren aus dem Internet versicherbar?

    16. Juli 2018

    Das Internet ist aus Unternehmenssicht heutzutage nicht mehr wegzudenken. Allerdings lauern im Netz auch viele Gefahren, etwa aufgrund Phishings oder eines Cyber-Angriffs. Hierbei verschaffen sich Dritte widerrechtlich Zugriff auf Informations- und Telekommunikationstechnik eines Unternehmens, wie z. B. PCs, Server oder Telefonanlagen. Doch können hierbei entstehende Schäden versichert werden?

    Die Folgen eines Cyber-Angriffs sind vielfältig. Häufig werden z. B. die gespeicherten personenbezogenen Daten oder unternehmenseigenen Websites geändert, genutzt bzw. gelöscht oder Geräte mit Schadsoftware – hierzu gehört die Erpressungssoftware – infiziert. Ein derartiger Cyber-Angriff führt beim betroffenen Unternehmen daher nicht nur zu einem Imageschaden, sondern trifft es auch in finanzieller Hinsicht hart – sofern die richtige Versicherung fehlt.

    Unternehmen sollten in diesem Zusammenhang bedenken, dass nicht nur große Unternehmen ins Visier der Täter geraten können. Auch der Mittelstand muss damit rechnen, Opfer von Internet-Kriminellen zu werden – schließlich werden die Kosten für einen derartigen Angriff immer günstiger. Auf der anderen Seite beschäftigen mittelständische Unternehmen häufig keine eigenen IT-Experten – sie sind im Fall eines Angriffs daher oft ungeschützt und bemerken einen Angriff in der Regel zu spät.

    Allerdings bieten viele Versicherer mittlerweile einen IT-Deckungsbaustein in der Betriebshaftpflicht inklusive an. In der Regel sind hiervon Schäden aus dem Austausch, der Übermittlung und der Bereitstellung elektronischer Daten – also z. B. im Rahmen des E-Mail-Versands – sowie aus der Verletzung von Persönlichkeits- und Namensrechten vom Versicherungsschutz umfasst. Dabei handelt es sich aber nur um einen eingeschränkten Schutz.

    Wer einen weitergehenden Schutz möchte oder gar benötigt, sollte sich den Abschluss einer Cyber-Versicherung überlegen. Denn mit ihr können nicht nur Drittschäden, sondern auch Eigenschäden nach z. B. einer Betriebsunterbrechung abgedeckt werden. Darüber hinaus beinhaltet sie je nach Versicherer Kosten für beispielsweise ein Krisenmanagement – in Form einer professionellen und schnellen Hilfe im Krisenfall durch externe IT-Dienstleister – und ein Reputationsmanagement, zu dem etwa eine Beratung zur Wiederherstellung des „guten Rufs“ gehört. Weitere Deckungsbestandteile sind insbesondere Betrugsschäden, etwa aufgrund des sog. fake president fraud, und Cyber-Erpressungen. Letztlich kann auch das vorsätzliche Handeln der eigenen Mitarbeiter versichert werden.

  • BCP UND BU-ANALYSE ALS BESTANDTEIL DES RISK MANAGEMENT PROZESSES IM UNTERNEHMEN

    15. Juni 2018

    Die Praxis zeigt immer wieder, dass Unternehmen, die auf einen Großschaden nicht vorbereitet sind, ein solches Schadenereignis nur mit Mühe überstehen, auch wenn die finanzielle Ausgangssituation oder der Versicherungsstatus positiv zu bewerten sind. Bei einer Störung Ihrer Betriebsinfrastruktur, z.B. durch einen Brand, droht im schlimmsten Fall ein längerer Ausfall mit der Folge von Kunden- und Imageverlust. Ihre Versicherung entschädigt zwar die Kosten, holt aber nicht Ihre verloren gegangenen Kundenverbindungen zurück.

    Die Identifizierung von kritischen Prozessen und Ressourcen in Ihrem Unternehmen, die Beurteilung der Auswirkungen einer Betriebsunterbrechung auf das Unternehmen und die vorausschauende Planung und Entwicklung von Strategien für den Katastrophenfall sind für das Überleben Ihres Unternehmens von entscheidender Bedeutung.

    BCP steht für Business Continuity Planning und sollte ein fester Bestandteil des Risikomanagements im Unternehmen sein und sich nicht nur darauf konzentrieren, den Sachschaden möglichst klein zu halten, sondern die Fortführung Ihres Betriebs sicherzustellen. Zielsetzung ist es, kritische Prozesse und Engpässe zu identifizieren und ein praxisorientiertes Werkzeug für das Krisenmanagement zur Hand zu haben.

    Das BCP lässt sich in mehrere Bereiche einteilen: Risikoanalyse, Planung, Umsetzung, Übung und Aktualisierung. Zur Risikoanalyse identifizieren Sie externe und interne Gefahrenquellen, z.B. Naturgefahren, Unterbrechung der Lieferkette, Störungen des Produktionsablaufs oder eine Unterbrechung Ihrer IT-Infrastruktur. Anschließend untersuchen Sie, wie sich diese Ereignisse auf den Betriebsablauf auswirken, wie lange der Betrieb unterbrochen ist und wie lange es dauert, bis Ihr Kunde die Auswirkung spürt. Nach der Auswahl der kritischen Schadenszenarien wird ein detaillierter Plan erstellt, der mittels regelmäßiger Übungen aktualisiert wird.

    Als zusätzliches Hilfsmittel zur Beurteilung des Risikos einer Betriebsunterbrechung steht Ihnen in unserem neuen ExtraNet ein Tool zur Verfügung, mit dem Sie selbständig ermitteln können, wie sich z.B. der Ausfall Ihres Hauptlieferanten auswirkt und welches Haftungslimit dafür notwendig ist.

    Selbstverständlich lassen wir Sie damit nicht allein, sondern stehen Ihnen jederzeit mit unserer Erfahrung und Expertise zur Seite.

  • Kein Mietwagen für Sonntagsfahrer

    15. Mai 2018

    Geschädigte mieten sich nach einem Autounfall meistens einen Mietwagen auf Kosten des Unfall-verursachers, mit dem sicheren Gefühl einen Anspruch darauf zu haben. Weit gefehlt, sagt das OLG Hamm in seiner Entscheidung vom 23.01.18 (7U46/17).

    Fährt ein Geschädigter weniger als 20 Kilometer pro Tag, hat er keinen Anspruch. Der Versicherer des Unfallgegners zahlt ihm in dem Fall lediglich eine Nutzungsausfall-Entschädigung.  

    In dem verhandelten Fall bekam der Geschädigte statt den tatsächlich angefallenen 1.200 € Mietwagenkosten nur 115 € Nutzungsausfall zugesprochen. Nach Auffassung des Gerichts muss jemand, der weniger als 20 Km pro Tag fährt, kein Fahrzeug zur ständigen Verfügung haben. Wer trotzdem auf Kosten des Unfallverursachers ein Fahrzeug anmietet, verstößt gegen seine Schadenminderungspflicht. Aus Sicht der Richter wäre es wirtschaftlicher gewesen, für die wenigen Fahrten ein Taxi zu rufen.

    Unser Tipp: Prüfen Sie Ihren Bedarf und sprechen vor Anmietung eines Autos mit dem Versicherer des Unfallgegners. So ersparen Sie sich unliebsame Überraschungen bei der Abrechnung des Schadens. 

  • Berufsunfähigkeitsabsicherung im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (bAV)

    24. April 2018

    Jeder fünfte Arbeitnehmer muss seinen Beruf krankheitsbedingt vorzeitig aufgeben. Die staatliche Versorgung für den Fall der Berufsunfähigkeit ist unzureichend bzw. hat der gesetzlich Versicherte lediglich Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, wenn er nicht mehr oder nur noch stundenweise arbeiten kann. Diese reicht jedoch nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard beizubehalten.

    Der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist für viele Beschäftige aufgrund ihres Alters, Berufs oder bereits bestehender Vorerkrankungen nicht mehr möglich. Deswegen bieten zahlreiche Arbeitgeber ihren Mitarbeitern den Abschluss einer betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung an.
    Das Prinzip ist ganz einfach: Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbaren die Umwandlung eines Teils des Entgelts in Beiträge für den Berufsunfähigkeitsschutz (Berufsunfähigkeitsrente und/oder Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit zur Sicherung der Altersleistungen). Der Arbeitgeber schließt für seinen Arbeitnehmer z.B. eine Direktversicherung ab. Auf diese Weise profitiert der Arbeitnehmer von der staatlichen Förderung (Sparen von Steuern und Sozialabgaben), dem künftig verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss und dem vereinfachten Aufnahmeverfahren im Rahmen der bAV.

    Durch Gruppenkonditionen und eine vereinfachte Gesundheitsprüfung, z.B. über eine Dienstobliegenheitserklärung des Arbeitgebers, haben so auch ältere Arbeitnehmer noch die Möglichkeit das Berufsunfähigkeitsrisiko abzusichern oder zumindest durch die Vereinbarung der Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit ihre Ansprüche auf die vereinbarte Altersleistung zu erhalten.

    Wie funktioniert das Aufnahmeverfahren über die Dienstobliegenheitserklärung und was passiert, wenn der Arbeitnehmer ausscheidet?

    Im Gegensatz zur Beantwortung der sonst üblichen Gesundheitsfragen muss der Arbeitgeber lediglich drei Fragen beantworten, die sich auf die aktuelle Arbeitsfähigkeit des Arbeitnehmers, Arbeitsunfähigkeitszeiten und Wiedereingliederungsmaßnahmen bzw. die Kenntnis über bestehende Behinderungen in den letzten zwei Jahren beziehen. Bei Ausscheiden und Arbeitgeberwechsel gelten die üblichen Optionen wie einvernehmliche Übertragung der Zusage / Versicherungsnehmerwechsel oder Deckungskapitalübertragung sowie die private Fortführung durch den Arbeitnehmer.