News-Archiv

  • Welche Auswirkungen hat der Brexit auf den Versicherungsschutz?

    15. November 2018

    Am 29.03.2019 ist es soweit: Großbritannien steigt aus der EU aus. Die Auswirkungen sind in vielerlei Hinsicht noch unklar – deutsche Unternehmen rechnen jedoch unter anderem mit einem schlechteren UK-Handel. Aber auch aus versicherungstechnischer Sicht ist mit Problemen zu rechnen.

    Das gilt vor allem für den Fall, dass der Versicherer seinen Sitz in Großbritannien hat. Noch schwieriger wird es, wenn es einen sog. harten Brexit gibt, was den kompletten Austritt Großbritanniens aus dem europäischen Binnenmarkt und der Zollunion bedeutet. Großbritannien wird quasi zum Drittstaat. Britische Versicherer dürfen dann keine Geschäfte in der EU mehr tätigen. Bereits bestehende Verträge deutscher Versicherungsnehmer mit einem britischen Versicherer wären im schlimmsten Fall mangels der erforderlichen Lizenz nichtig – es bestünde also kein Versicherungsschutz mehr.

    Auch bei internationalen Programmen, mit denen z. B. UK-Risiken im Master-Vertrag über FOS (Freedom of service) abgesichert werden, könnte es Schwierigkeiten geben. Eine derartige Absicherung wäre bei einem harten Brexit nicht mehr möglich. In der Regel müsste das deutsche Unternehmen daher eine eigene Lokalpolice in Großbritannien abschließen, um weiterhin ausreichend Versicherungsschutz für z. B. eine Niederlassung in Großbritannien zu genießen.

    Viele britische Versicherer werden deshalb jetzt schon tätig und suchen nach Lösungen, um ihren Kunden auch weiterhin denselben Versicherungsschutz bieten zu können. Einige gründen beispielsweise neue Unternehmen in Europa und übertragen ihre Geschäfte auf diese.

    Aufgrund der immensen Auswirkungen des Brexit wird derzeit ferner über eine Verlängerung der Übergangsfrist bis Ende 2021 diskutiert. In dieser Zeit soll Großbritannien weiterhin die Vorteile des europäischen Binnenmarktes und der Zollunion genießen – evtl. wird auch ein Abkommen mit der EU verhandelt, um einen harten Brexit zu verhindern.

    Sie wollen wissen, ob Ihr Versicherungsvertrag vom Ausstieg Großbritanniens aus der EU betroffen ist? Kommen Sie zu uns – wir beraten Sie gerne zu diesem Thema.

  • Was, wenn das Licht ausgeht?

    15. Oktober 2018

    Immer wieder kommt es meist zu kleineren und kurzen Stromausfällen, deren Auswirkung nur selten deutlich spürbar sind. Was aber, wenn der Energielieferant für einen längeren Zeitraum ausfällt? Es kommt zu Produktions- oder Umsatzausfällen und somit zu einer Betriebsunterbrechung. Aber ist der Ausfall der öffentlichen Versorgung mit Strom, Gas, Wärme und Wasser ein versicherbarer Schaden?

    Eine Deckung durch die Betriebsunterbrechungsversicherung setzt voraus, dass ein Sachschaden an der dem Betrieb dienenden Sachen auf dem Versicherungsgrundstück infolge einer versicherten Gefahr vorliegen muss. Wird z.B. die Stromlieferung durch ein Feuer beim Energielieferanten unterbrochen, liegt ein Schaden an einer dem Betrieb dienenden Sache vor. Aber auf dem Grundstück des Energieversorgers und nicht auf dem des Versicherungsnehmers. Und nun? Ein klassischer Rückwirkungsschaden. Denn der Versicherer leistet auch dann Entschädigung, wenn es zu einem Ertragsausfallschaden infolge eines Sachschadens an Sachen auf dem Betriebsgrundstück eines Lieferanten kommt. Nun ist aber der Ausfall der Energieversorgung nicht immer auf einen Sachschaden zurück zu führen. Ist der Auslöser eine einfache technische Störung besteht die Gefahr, dass kein Deckungsschutz vorliegt.

    Um diese Lücke zu schließen geht die Energieausfallversicherung noch einen Schritt weiter. Hier muss kein Sachschaden vorliegen, sondern die Ursache für das Schadenereignis muss im Bereich des öffentlichen Versorgungsnetzes liegen. Interessant ist so eine Versicherung für Betriebe, die sehr stark von der Energieversorgung abhängig sind und bereits nach einem kurzzeitigen Energieausfall eine Unterbrechung der Produktion fürchten müssen.

    Lassen Sie uns darüber sprechen, ob Ihr Betrieb ein Risiko hinsichtlich Versorgungsstörungen birgt. Wir erarbeiten für Sie die passende Versicherungslösung - damit Ihnen nicht das Licht ausgeht!

  • Blaulicht hat Vorfahrt!

    13. September 2018

    Einsatzwagen mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn haben Vorfahrt. Wer in eine Kreuzung einfährt und mit einem Fahrzeug im Notfalleinsatz zusammenstößt, zahlt den Schaden an seinem Fahrzeug nahezu komplett selbst.

    Die Erfahrung musste eine Frau machen, die mit ihrem Pkw in eine Kreuzung einfuhr, obwohl sie das Martinshorn und das Blaulicht des sich nähernden Feuerwehrfahrzeugs gehört hatte. Ihre Ampel zeigte Grün und sie glaubte, dass das Feuerwehrfahrzeug ihren Fahrweg nicht kreuzen werde. Das war ein teurer Irrtum.

    Die Frau wollte den Schaden an ihrem Fahrzeug vom Versicherer des Feuerwehrfahrzeugs ersetzt bekommen. Der Fall landete vor Gericht. Das OLG Hamm urteilte, dass ein solches Verhalten grob fahrlässig ist und sie daher einen Großteil ihres Schadens selbst zu tragen hatte; nicht der Versicherer des Unfallgegners (9 U 34/17).

    Bei einem solchen Verhalten muss man darüber hinaus damit rechnen, dass auch der eigene Vollkaskoversicherer den Schaden am Pkw nicht komplett übernehmen wird. Wie das in dem Fall der oben genannten Frau ausgegangen ist, ist nicht überliefert. Grundsätzlich können Vollkaskoversicherer ihre Leistung bei grobfahrlässig verursachten Schäden kürzen. Das kann sogar zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Die Versicherer verzichten nur dann auf eine Leistungskürzung, wenn grob fahrlässig verursachte Schäden mitversichert sind. Das kostet zwar etwas mehr Prämie, lohnt sich aber.

    Unser Tipp: Einsatzfahrzeugen freie Fahrt gewähren und den Kasko-Versicherungsschutz um grob fahrlässig verursachte Schäden erweitern.


  • Können Betriebsrentner künftig mit einer Beitragsentlastung in der KVdR rechnen?

    15. August 2018

    Seit 01. Januar 2004 sind Betriebsrenten beitragspflichtig in der Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner (KVdR). Anders der Arbeitnehmer zahlt der Betriebsrentner seitdem den vollen Beitragssatz

    Um die Attraktivität der bAV zu steigern ist das Thema wieder in den Fokus der Politik gerückt. Am 25. April 2018 diskutierten verschiedene Verbände im Rahmen einer Expertenanhörung in Berlin. Man war sich einig, dass die Absenkung des Beitragssatzes auf die Hälfte eine erhebliche Entlastung für die Betriebsrentner wäre und die betriebliche Altersversorgung gerade im Niedrigzinsumfeld attraktiver machen würde. Die konkrete Umsetzung durch den Gesetzgeber, z. B. durch die Einführung von Freigrenzen, bleibt abzuwarten. Von einer positiven Entscheidung ist jedoch auszugehen, da sich der Gesetzgeber mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz klar positioniert hat, die betriebliche Altersversorgung weiter zu verbreiten.

  • Sind Gefahren aus dem Internet versicherbar?

    16. Juli 2018

    Das Internet ist aus Unternehmenssicht heutzutage nicht mehr wegzudenken. Allerdings lauern im Netz auch viele Gefahren, etwa aufgrund Phishings oder eines Cyber-Angriffs. Hierbei verschaffen sich Dritte widerrechtlich Zugriff auf Informations- und Telekommunikationstechnik eines Unternehmens, wie z. B. PCs, Server oder Telefonanlagen. Doch können hierbei entstehende Schäden versichert werden?

    Die Folgen eines Cyber-Angriffs sind vielfältig. Häufig werden z. B. die gespeicherten personenbezogenen Daten oder unternehmenseigenen Websites geändert, genutzt bzw. gelöscht oder Geräte mit Schadsoftware – hierzu gehört die Erpressungssoftware – infiziert. Ein derartiger Cyber-Angriff führt beim betroffenen Unternehmen daher nicht nur zu einem Imageschaden, sondern trifft es auch in finanzieller Hinsicht hart – sofern die richtige Versicherung fehlt.

    Unternehmen sollten in diesem Zusammenhang bedenken, dass nicht nur große Unternehmen ins Visier der Täter geraten können. Auch der Mittelstand muss damit rechnen, Opfer von Internet-Kriminellen zu werden – schließlich werden die Kosten für einen derartigen Angriff immer günstiger. Auf der anderen Seite beschäftigen mittelständische Unternehmen häufig keine eigenen IT-Experten – sie sind im Fall eines Angriffs daher oft ungeschützt und bemerken einen Angriff in der Regel zu spät.

    Allerdings bieten viele Versicherer mittlerweile einen IT-Deckungsbaustein in der Betriebshaftpflicht inklusive an. In der Regel sind hiervon Schäden aus dem Austausch, der Übermittlung und der Bereitstellung elektronischer Daten – also z. B. im Rahmen des E-Mail-Versands – sowie aus der Verletzung von Persönlichkeits- und Namensrechten vom Versicherungsschutz umfasst. Dabei handelt es sich aber nur um einen eingeschränkten Schutz.

    Wer einen weitergehenden Schutz möchte oder gar benötigt, sollte sich den Abschluss einer Cyber-Versicherung überlegen. Denn mit ihr können nicht nur Drittschäden, sondern auch Eigenschäden nach z. B. einer Betriebsunterbrechung abgedeckt werden. Darüber hinaus beinhaltet sie je nach Versicherer Kosten für beispielsweise ein Krisenmanagement – in Form einer professionellen und schnellen Hilfe im Krisenfall durch externe IT-Dienstleister – und ein Reputationsmanagement, zu dem etwa eine Beratung zur Wiederherstellung des „guten Rufs“ gehört. Weitere Deckungsbestandteile sind insbesondere Betrugsschäden, etwa aufgrund des sog. fake president fraud, und Cyber-Erpressungen. Letztlich kann auch das vorsätzliche Handeln der eigenen Mitarbeiter versichert werden.